Lederkunde
Leder ist absolut einzigartig unter den Bekleidungsmaterialien. Sogar unter den Naturprodukten wie Wolle, Baumwolle und Seide nimmt es eine Sonderstellung ein.
Vielleicht ist dies so, weil Leder als das älteste Bekleidungsmaterial überhaupt vor Äonen schon dem Menschen gedient hat. Im Anfang gab es ihm Schutz, es war praktisch, vielseitig verwendbar und immer schön.
Leder war und ist atmungsfähig, anschmiegsam, elastisch und auch formtreu, dabei zäh und strapazierfähig, Leder ist wie eine zweite Haut. Es gefiel den Menschen auch dann noch, als längst andere Bekleidungsmaterialien aufgekommen waren.
Im Laufe der Zeit erhielt Leder die Rolle des besonderen und hochwertigen Materials mit dem direkten Bezug zur Natur. Seine nicht gekünstelte Ursprünglichkeit, sein natürlicher, unverwechselbarer Duft und sein so angenehmer Touch - ob als neu konfektioniertes Produkt oder als gereiftes, älter gewordenes - üben auf die Menschen einen außergewöhnlichen Reiz aus.
Und diesem Reiz kann sich kaum jemand entziehen. Wohl jeder Mensch wünscht sich ein Bekleidungsstück aus Leder, und hat er eines, trägt er es mit einer ganz eigenen Art von Besitzerstolz. Doch obwohl dies so ist wissen nur wenige etwas über Leder und seine Ursprünge, über seine Spielarten und Einsatzmöglichkeiten. Mit dieser kleinen Abhandlung will die Firma Ledermode Wagner versuchen, Ihnen das Naturprodukt Lederbekleidung etwas näher zu bringen.
VON DER NATUR GENOMMEN Leder wird gewonnen aus der Haut bzw. dem Fell etlicher Tiere, vom Schaf oder Lamm, von der Ziege, vom Kalb, Rind, Schwein, Hirsch, Elch, Ren, Antilope oder Büffel. Man muß allerdings wissen, daß in eigentlich allen Fällen das Leder nur ein Beiprodukt der Tierhaltung ist. So werden zum Beispiel Schafe, Lämmer oder Rinder wegen der Fleischgewinnung (und teilweise wegen der Milchgewinnung) gehalten und geschlachtet. Die Nutzung der dabei anfallenden Tierhäute steht also erst an zweiter Stelle, ganz so wie zu Beginn der Menschheit. Die Bedeutung der verschiedenen Tiere für den Anfall von Bekleidungsleder ist sehr unterschiedlich. Während Leder vom Rind im Qualitätsbereich kaum noch anzutreffen ist, steht das Leder vom Lamm, von der Ziege und auch vom Kalb dagegen ganz hoch im Kurs. Ganz einfach darum, weil es wegen seiner Leichtigkeit und Geschmeidigkeit der modernen Auffassung von einem guten Bekleidungsmaterial entspricht. Die kräftigen, man kann auch sagen wilderen, männlich-rustikaleren Häute von Hirsch, Elch oder Ren bleiben Spezialsorten. Sie sind vorwiegend im Landhausbereich anzutreffen, finden aber auch immer wieder ihre Liebhaber.
DIE HANDWERKLICHE KUNST DES GERBERS Aus der Haut oder dem Fell der Tiere macht der Gerber in einem handwerklich uralten, recht komplizierten Verfahren über etliche Stationen das Leder für Schuhe, für Möbel, für Taschen, Kleinlederwaren und natürlich für die Bekleidung. Vor der Gerbung werden viele Häute horizontal in zwei Flächen gespalten. Der obere Teil, das zeigt die natürliche, oft ungleichmäßige, bei wildlebenden Tieren auch angegriffene Struktur der Hautoberfläche. Der untere Teil, die dem Körper zugewandte Fleischseite, wird Spaltleder genannt. Dieser Teil wird unterschiedlich fein und dünn gespalten, je nach Verwendungszweck. Selbstverständlich werden bei uns nur Leder solcher Gerberei-Betriebe eingesetzt, die sich strengen Verarbeitungskriterien in bezug auf Umweltschutz unterwerfen. Sie gewinnen und behandeln Leder nach den neuesten ökologischen Erkenntnissen, unserer Umwelt und darum auch uns allen zu Nutzen.
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